Muster 21 (1. 1995)
Gesundheitsreform vs. Volkswirtschaftlicher Schaden
Mein Kind ist krank - nix wirklich schlimmes - fieberhafte Erkältung. Da meine Ex-Gattin heute einen wichtigen Termin hatte, habe ich die Beaufsichtigung, Betreuung und Pflege übernommen. Selbstverständlich - und eigentlich auch kein Problem, denn nach § 45 SGB 5 habe ich in diesem Fall Anspruch auf Krankengeld.
Was mir jedoch nicht klar war, dass ich dafür mit dem kranken Kind, das eigentlich ins Bett gehörte, beim Kinderarzt vorstellig werden musste. 2 geschlagene Stunden lungerte ich mit meinem fiebrigen Kind in einem stickigen, viel zu warmen Wartezimmer herum. Um mich herum Mütter, die sich vehement gegen das Öffnen der Fenster zur Wehr setzten, vermutlich aus Angst um eine Mittelohrentzündung ihrer Sprößlinge.
Nebenbei las ich auf der Titelseite der Bild der Frau die Headline (Überschrift) "147 Pfund abgenommen - die 3 Stufen-Diät" "Holla", dachte ich "147 Pfund, dass ist mehr als ich wiege."
Ausserdem musste ich feststellen, dass Ernie und Bert völlig unvorteilhaft gekleidet sind. Der etwas pummelige Ernie trägt Quer- und der schlacksige Bert Längststreifen. Was die sich dabei wohl gedacht haben? Aber ich schweife ab.
Sollte ich beim nächsten Mal in die Situation kommen, mein Kind wegen Krankheit betreuen zu dürfen, melde ich mich einfach selbst krank. Das geht unproblematisch telefonisch und bedarf in meinem Fall erst ab dem dritten Tag einer ärztlichen Attestierung. Allerdings geht dieser Ausfall dann zu Lasten meines Arbeitgebers.
Ob Frau Ursula "Ulla" Schmidt das so gewollt hat?
Zur Ehrenrettung von Fr. Schmidt: an einer Gesundheitsreform haben sich auch schon vor ihr einige die Zähne ausgebissen, Klaus Töpfer aus Helmuts Kabinett hat es sogar mal zugegeben wie schwer es war, zwischen Pharma-Lobby, Besitzstandswahrern, Gewerkschaften und Industrievereinigungen (und dem Privatkassensystem) überhaupt IRGENDWAS zu bewegen.
Aber immer wenn ich Frau Schmidt sehe, wie sie mit großer Geste totalen Schrott versucht als Erfolg zu verkaufen - da möchte man vor Wut heulen und irgendwas kaputt machen. Letztlich ist die Frau ein rotes Tuch für mich.
Erspart dir viel Zeit und Mühe,kommt dem Kind zu Gute!
ich finds schon lästig genug, bei einem krankenstand (und wir haben das gleiche system in unsererm verein, eine ärztliche bestätigung braucht es ab dem dritten tag) am freitag zu wissen, ob es mir am montag wieder gut gehen wird oder ob es besser wäre, doch zum arzt zu pilgern. weil rückwirkend schreiben die nicht krank.
Ob es auch so bürokratisch ist sich im Fall eines kranken Kindes freizunehmen kann ich net sagen :/
Im Schnitt
Unsinnig finde ich halt, das ich ein krankes Kind zum Arzt schleppen muss, für mein eigenes Unbefinden jedoch ein Anruf genügt.



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