Der Brummer
oder
Frau Bergfelder, die neue 1-Euro-Kraft
Viel zu lange schon zieht sich das Genehmigungsverfahren für unseren Neubau hin, weshalb wir vorübergehend eine Etage über einem Bistro angemietet und kurzerhand eine Abteilung dahin ausgelagert haben. In eben dieser Abteilung arbeiten ausschließlich Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoginnen, staatlich anerkannte versteht sich. So wunderte es mich nicht, dass mich am Dienstag dieser Woche ein Hilferuf ereilte. Die Damen waren nicht in der Lage, eine Unterschrift (JPG-Datei) in ein Textdokument einzufügen und außerdem können sie die Datei nicht mehr speichern. Mich wundert das nicht mehr. Schließlich arbeiten wir erst seit 1999 mit Star- bzw. OpenOffice.
Vor Ort stellte ich dann fest, dass es ein Problem mit der Netzwerkanbindung gab und diagnostizierte souverän den Defekt der Onboard-Netzwerkkarte. Sowas komme laufend vor, beruhigte ich die Damen, die inzwischen glaubten, ihre missglückten Einfügeversuche hätten die Hardware zerstört. Eine Viertelstunde später hatte ich eine eilig herbeigeholte neue Netzwerkwarte eingebaut, den Rechner gestartet und erkannte, dass meine Diagnose falsch war als zur gleichen Zeit eine aufgebrachte Sozialpädagogin den Raum betrat und bemerkte:"Jetzt kann ich auch nicht mehr speichern. Da kommt so eine Fehlermeldung. Die kann ich so oft wegdrücken, wie ich will."
"Der Server! Oh Gott", schoss es mir durch den Kopf. Hektisch stürmte ich in die alte Schmierküche des Bistros, einer für Server gerade zu ideale Umgebung. Freundlich gekachelt bis unter die Decke und immer ein Tick kühler als die anderen Räume.
Hier traf ich sie - Frau Bergfelder! Die erste 1-Euro-Kraft, deren Namen ich mir nach der ersten Begegnung merken konnte. Frau Bergfelder hatte die Aufgabe, Liefer- und Bestellscheine für den Küchenchef abzuheften. Da dies im Bistro nicht möglich ist, wurde die ehemalige Schmierküche mit einem Schreibtisch ausgestattet, von dem aus der Küchenleiter seine administrativen Aufgaben erledigt.
Mein Blick fiel direkt auf die 'Technik-Ecke'. Hier tummeln sich DSL-Modem, Hub, Telefonanlage und natürlich der Server. Dumm nur, dass dieser ausgeschaltet war. Ohne dass ich sie gefragt hätte, eröffnete mir Frau Bergfelder: "Den Computer da hab ich vorhin ausgemacht. Der hat so gebrummt. Außerdem lief der gestern auch schon den ganzen Tag, ohne dass einer daran gearbeitet hat."
(...)
Im Nachhinein erinnerte mich die Situation an Mr. Bean.
Frau Bergfelder, die neue 1-Euro-Kraft
Viel zu lange schon zieht sich das Genehmigungsverfahren für unseren Neubau hin, weshalb wir vorübergehend eine Etage über einem Bistro angemietet und kurzerhand eine Abteilung dahin ausgelagert haben. In eben dieser Abteilung arbeiten ausschließlich Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoginnen, staatlich anerkannte versteht sich. So wunderte es mich nicht, dass mich am Dienstag dieser Woche ein Hilferuf ereilte. Die Damen waren nicht in der Lage, eine Unterschrift (JPG-Datei) in ein Textdokument einzufügen und außerdem können sie die Datei nicht mehr speichern. Mich wundert das nicht mehr. Schließlich arbeiten wir erst seit 1999 mit Star- bzw. OpenOffice.
Vor Ort stellte ich dann fest, dass es ein Problem mit der Netzwerkanbindung gab und diagnostizierte souverän den Defekt der Onboard-Netzwerkkarte. Sowas komme laufend vor, beruhigte ich die Damen, die inzwischen glaubten, ihre missglückten Einfügeversuche hätten die Hardware zerstört. Eine Viertelstunde später hatte ich eine eilig herbeigeholte neue Netzwerkwarte eingebaut, den Rechner gestartet und erkannte, dass meine Diagnose falsch war als zur gleichen Zeit eine aufgebrachte Sozialpädagogin den Raum betrat und bemerkte:"Jetzt kann ich auch nicht mehr speichern. Da kommt so eine Fehlermeldung. Die kann ich so oft wegdrücken, wie ich will."
"Der Server! Oh Gott", schoss es mir durch den Kopf. Hektisch stürmte ich in die alte Schmierküche des Bistros, einer für Server gerade zu ideale Umgebung. Freundlich gekachelt bis unter die Decke und immer ein Tick kühler als die anderen Räume.
Hier traf ich sie - Frau Bergfelder! Die erste 1-Euro-Kraft, deren Namen ich mir nach der ersten Begegnung merken konnte. Frau Bergfelder hatte die Aufgabe, Liefer- und Bestellscheine für den Küchenchef abzuheften. Da dies im Bistro nicht möglich ist, wurde die ehemalige Schmierküche mit einem Schreibtisch ausgestattet, von dem aus der Küchenleiter seine administrativen Aufgaben erledigt.
Mein Blick fiel direkt auf die 'Technik-Ecke'. Hier tummeln sich DSL-Modem, Hub, Telefonanlage und natürlich der Server. Dumm nur, dass dieser ausgeschaltet war. Ohne dass ich sie gefragt hätte, eröffnete mir Frau Bergfelder: "Den Computer da hab ich vorhin ausgemacht. Der hat so gebrummt. Außerdem lief der gestern auch schon den ganzen Tag, ohne dass einer daran gearbeitet hat."
(...)
Im Nachhinein erinnerte mich die Situation an Mr. Bean.
klar.text - 16. Mrz, 16:34 - 267 x gekickt


